
Sobald das Korn reif ist, schickt der Bauer die Schnitter, denn es ist Zeit zum Ernten. Markus 4,29

Sobald das Korn reif ist, schickt der Bauer die Schnitter, denn es ist Zeit zum Ernten. Markus 4,29
Wer viel hat, dem wird noch mehr gegeben werden, aber wer wenig hat, dem wird auch noch das wenige genommen werden, das er hat. Markus 4,25
Wer wenig hat, dem wird das wenige auch noch genommen werden?! Das ist doch gemein! Sollte der, der viel hat, nicht besser etwas abgeben, so dass es für beide ausreicht?! Worum geht’s hier eigentlich?
Da es in der Bibel steht und ein Zitat von Jesus ist, geht es vermutlich um Glauben oder um Liebe. Um Geld oder anderen irdischen Besitz geht es bestimmt nicht.
Ich muss das noch einmal lesen.
Jesus erzählt vom Reich Gottes. Zunächst predigt er von einem Boot aus zu einer großen Menschenmenge. Später erklärt er einem kleinen Kreis der Jünger, wie die Predigt zu verstehen ist.
„Alles, was jetzt noch an Gottes Botschaft verborgen ist, soll ans Licht kommen, und was jetzt noch an ihr unverständlich ist, soll verstanden werden. Wer Ohren hat, soll gut zuhören!“
Und weiter lese ich:
Jesus „fügte hinzu: Achtet auf das, was ich euch sage! Nach dem Maß eures Zuhörens wird Gott euch Verständnis geben, noch über das Maß eures Zuhörens hinaus! Denn…“ siehe oben.
Ums Zuhören und Verstehen geht es also (und nicht um Glauben oder Liebe). Je intensiver ich meine Ohren auf Empfang stelle, desto mehr werde ich von Gottes Botschaft verstehen. Aha.
Das leuchtet ein (trotz zeitweiliger Empfangsstörungen).
Dann ging Jesus nach Hause. Markus 3,20
Wieso nach Hause?
Ich denke, „die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.“ Matthäus 8,20
Na gut. Nachdem Jesus die engsten Mitarbeiter für eine besondere Mission ausgewählt hat, geht er also nach Hause.
Zieht er sich Wohlfühlsocken und Freizeithose an, legt sich auf’s Sofa und liest ein gutes Buch?
Nein. Mit hinlegen und ausruhen wird es tatsächlich nichts. Denn „wieder strömte eine so große Menge zusammen, dass er und seine Jünger nicht einmal zum Essen kamen.“ Markus 3,20
Überstunden. Arbeiten über den Feierabend hinaus. Berufstätigen wird das bekannt vorkommen. Heutzutage würde ein gutmeinender Freund Jesus vielleicht auf sein Helfersyndrom aufmerksam machen. Vielleicht würde er ihm empfehlen, achtsam zu sein und von seinen Verpflichtungen loszulassen. Und Jesus hätte vielleicht von gutem und schlechtem Stress gesprochen…
Ich schweife ab und rede Unsinn. Nur eins noch. Wer hat eigentlich das Essen zubereitet (das ja leider warten musste und bestimmt kalt wurde). Konnte Jesus kochen?
Die Vorstellung, dass Jesus ein Zuhause hatte, gefällt mir sehr gut. Ich danke dem Evangelisten Markus, dass er davon erzählt hat!