Wer von euch ohne Sünde ist

Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: „Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!“ Johannes 8,7

Sie wollen Jesus eine Falle stellen und schleppen diese Frau herbei. Die haben sie beim Ehebruch erwischt. Die Ankläger geben keine Ruhe und stellen Fragen.

Was nun, Jesus? Sollen wir diese Frau steinigen, so wie es das Gesetz verlangt?

Jesu Antwort: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Die Anklagenden sind keine Unschuldslämmer. Einer nach dem anderen verlässt den Schauplatz.

nach Johannes 7,53 – 8,11

Ich nehme mir vor: Ich will nicht mehr Anstoß am Splitter im Auge meiner Mitmenschen nehmen und ich will vor meiner eigenen Haustür fegen.

Die Frage nach dem Gericht

Hebräer 10,19+20a

Liebe Brüder und Schwestern! Wir haben also freien Zutritt zum Allerheiligsten! Jesus hat sein Blut geopfert und uns den Weg durch den Vorhang hindurch frei gemacht, diesen neuen Weg, der zum Leben führt. Hebräer 10,19+20a


Schwert oder Buttermesser?

Da war er wieder, dieser Hebräertext. Vor wenigen Wochen hatte ich ihn als Schriftlesung in einem Festgottesdienst vorgelesen. Jetzt begegnete er mir in der Fortlaufenden Bibellese.

In besagtem Festgottesdienst wurde auf Wunsch des Liturgen „Jesus hat sein Blut geopfert“ geändert in „die Versöhnungstat Jesu“.

Ich weiß noch, wie mulmig mir damals zumute war. Redete ich die Versöhnungstat Jesu nicht klein, wenn das Blut unerwähnt blieb? Mir kam es so vor, als würde sich das zweischneidige Schwert in ein harmloses Buttermesser verwandeln (Hebräer 4,12).

Nun. Der Festgottesdienst war jedenfalls super gelaufen. Niemand hatte das Blut Jesu vermisst. Möglicherweise war bei dieser Feier ein Buttermesser einem Schwert vorzuziehen. Schon wegen der Unfallgefahr und der Häppchen hinterher. ;-)

Mein Gewissen blieb allerdings unbeeindruckt. Es saß mir im Nacken und stellte Fragen. Ich brauchte eine zweite Meinung.

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