Jesus liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus. Johannes 11,5
Lazarus war tot. Er war mit Jesus befreundet gewesen. Sie hatten sich gut gekannt. Auch seine Schwestern Maria und Marta. Die hatten Jesus rufen lassen. „Herr, dein Freund ist krank.“ (Joh 11,3) Doch Jesus rührte sich nicht. Nun war Lazarus tot. Da hatte die Freundschaft zu Jesus und die Bitten seiner Schwestern nichts dran ändern können. „Jesus liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus“ (Joh 11,5) heißt es. Hm.
Mir fallen Menschen ein, für deren Gesundheit ich gebetet habe, die gestorben und immer noch tot sind.
Mir fallen Menschen ein, für deren Gesundheit ich gebetet habe und die krank blieben.
Mir fallen Menschen ein, für deren Gesundheit ich gebetet habe und die gesund wurden.
Mir fallen Menschen ein, die für meine Gesundheit gebetet haben und ich wurde gesund.
Gott ist unberechenbar.
Jesus sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt, und wer lebt und sich auf mich verlässt, wird niemals sterben, in Ewigkeit nicht. Glaubst du mir das? Johannes 11,26+27
Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall. Lukas 2,7
Wir waren um 14:00 Uhr verabredet. Ein Blick auf die Uhr. 14:15 Uhr. Hm. Es half ja nichts.
Ich zog mir alte Klamotten an, ging nach draußen, öffnete das Scheunentor, betätigte den Kippschalter für die Beleuchtung und sah mich um. Seufz. Nochmal zurück ins Haus und einen Wäschekorb holen. Nun aber los.
Bald stapelten sich leere Tontöpfe im Wäschekorb. Ich schaffte sie von vorne links nach hinten rechts. Zwei Beutel Blumenerde, ein Eimer mit Streusalz, diverse Gartendeko, das alte Fahrrad und dieses unförmige Gartengerät auf zwei Rädern folgten. Nun noch die beiden Mülltonnen nach draußen rollen. Das schaffte Platz.
Da kam die verabredete Hilfe. Erleichtert erklärte ich meinen Plan.
Wo waren eigentlich unsere Straßenbesen? Egal. Dann holte ich halt die beiden Küchenbesen. Helfer und Helferin befreiten bestmöglich den Scheunenboden von Staub. Ich nahm den zusammengefegten Dreck mit einer Schneeschaufel auf und warf ihn in die grüne Tonne. Bei den Wänden musste ich selbst mit dem Besen ran. Feuchte Klumpen von jahrzehntealtem Staub-Spinnennetz-Gemisch ließen meine Enkel erschaudern und sich angewidert abwenden. Schließlich sahen wir uns um und waren mit dem Ergebnis zufrieden.
Erstmal Teepause und ein Häppchen essen.
Dann begann die Lichterketten-Diskussion. Gutes Licht wäre das A und O bei einer Feier, erklärte mein Enkel. Mit Lichterketten hatte ich keinerlei Erfahrung. Aus einer Intuition heraus hatte ich aber vor Wochen eine erworben. Eine 200er für innen und außen mit Timerfunktion in Bernsteinfarben mit 8m Zuleitung. Zögerlich kramte ich nach dem Karton und überreichte sie dem Licht-Fachmann. Und hier. Bitte schön, war noch eine ganz kurze Kette mit roter Sternen-Deko. Schnell konnte ich feststellen, dass ich nicht die Einzige mit mangelnder Lichterkettenerfahrung war. Doch an gutem Willen fehlte es nicht.
Zurück in der Scheune schauten wir uns wieder einmal prüfend um. Das gruselige Graffiti neben der Leiter musste weg, meinte die eine; diese schwarzen Flecken an der Wand vorne rechts sahen eklig aus, meinte der andere und bloß nicht weiße Lichter mit bernsteinfarbenen mischen, erbat sich die Dritte. Wir wunderten uns etwas über die allgemeinen Empfindlichkeiten, doch waren zur Abhilfe bereit. Das Gruselbild wurde verhängt, vor die schwarzen Flecken kam Tannengrün und das weiße Licht durfte ganz vorn links auf einer Topfblume leuchten, wo es nicht weiter störte.
Jetzt war der richtige Zeitpunkt, die Gartenbänke hereinzuholen und aufzustellen. Leider regnete es. Naja. Wir schleppten drei pitschnasse Bänke heran und stellten sie in U-Form in der Scheune auf. Das sah ganz gut aus, würde aber nicht ausreichen. Also nahmen wir noch einen Tisch dazu und drei Stühle. Das könnte gehen.
Hier wäre Platz für die Enkelgeschenke, dort für die an unsere Kinder und Schwiegerkinder, und da auf den Stühlen für die Geschenke an unsere Mütter. Auch für meinen Bruder ließe sich ein Eckchen finden. Damit jede*r seine zugedachten Glückseligkeiten fände, müssten natürlich noch Namensschilder hin und somit wäre die kontaktlose Bescherung gesichert.
Und was war nun mit der 200er Lichterkette für innen und außen mit Timerfunktion in Bernsteinfarben mit 8m Zuleitung? Enkelin und Enkel hatten eine Idee. Ich leider nicht. Aber ich holte die Stehleiter aus dem Keller, stellte Hammer und Nägel zur Verfügung und ließ sie machen. Nachher staunten wir alle drei über den Effekt. Beim Feiern kam es tatsächlich auf das richtige Licht an.
Für die Steigerung der Gemütlichkeit legten wir Tücher über ein vorher gespanntes Seil und trennten damit den hinteren unaufgeräumten Teil der Scheune von dem super beleuchteten Festsaal vorn am Eingang.
Fertig. Die ganze Aktion hatte bis in den Abend hinein gedauert und wurde mit einem gemeinsamen Essen abgeschlossen.
Und warum das Ganze? In der Scheune gab es viel frische Luft. Und frische Luft war wichtig bei der Weihnachtsfeier im Coronajahr 2020.
Zwischen Fegen und Dekorieren hatte mein Enkel gefragt: „Wurde Jesus nicht auch in einer Scheune geboren?“ Ich hatte das kopfnickend bestätigt und mir vorgestellt, wie Josef vor Jesu Geburt Spinnweben im Stall entfernte und nach einem geeigneten Besen zum Ausfegen suchte.
Schließlich hielt ich es nicht länger aus. 1. Thessalonicher 3,1
Paulus war Hals über Kopf vor seinen Verfolgern geflohen. Er musste die noch junge Gemeinde in Thessalonich sich selbst überlassen. Das ließ ihm keine Ruhe.
Die Sorge trieb ihn um. Würden die Geschwister unter den erschwerten Bedingungen vom Glauben abfallen? Wäre seine Arbeit dort umsonst gewesen?
Gerne wäre er zu einem Besuch aufgebrochen. Doch das war unmöglich.
Schließlich hielt er die Ungewissheit nicht länger aus. Paulus sendete seinen Mitarbeiter Timotheus, um nach dem Rechten zu sehen. Timotheus kehrte mit guten Nachrichten zurück: Alles bestens in Thessalonich, jedenfalls was den Glauben betraf.
Eine begonnene Arbeit abbrechen müssen. Gescheiterte Versuche, die Arbeit fortzusetzen. Sorge, dass alles umsonst war. Machtlosigkeit und Ungewissheit aushalten. Die Sache aus der Hand geben. Dann Erleichterung und Freude, dass es auch ohne ihn geht.
Da kann ich mitfühlen. Und die Liebe zwischen den Zeilen tut mir gut.