Wenn irgendwo in einem Haus noch zehn Menschen übrig geblieben sind – auch sie müssen sterben. Und wenn im hintersten Winkel eines Hauses ein Überlebender sitzt und es kommt ein Verwandter, um die Toten zur Bestattung aus dem Haus zu holen, und fragt ihn: „Lebt hier noch jemand außer dir?“, und er antwortet: „Niemand“; dann wird der andere sagen: „Pst! Erwähne nur nicht den Namen des HERRN, sonst merkt er, dass hier noch jemand lebt!“ Amos 6,9+10
Samaria wähnt sich in Sicherheit vor den kriegstreibenden Assyrern. Es gibt sorgloses Leben in kleinen und großen Palästen. Doch es herrscht auch ein „System der Unterdrückung und Ausbeutung“.
Der Prophet Amos predigt den selbstsicheren in Saus und Braus lebenden Bewohnern Samarias von Krieg, Tod und Vertreibung.
Wenn dann ein Haus in Schutt und Asche läge und es dort nur noch einen einzigen Überlebenden gäbe, sagt Amos, wäre der vorsichtshalber leise (pst!), um nicht Gottes Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Als ich diese Verse lese, muss ich wider Willen schmunzeln. Ironie finde ich selten in der Bibel.
Amos 6. Kapitel. Was fange ich damit an? Ich lebe auch recht sorglos und selbstbewusst. Sollte ich mich mehr gegen Ausbeutung und Unterdrückung engagieren? Ich weiß es nicht.
Eines ist sicher: Mit Gott ist nicht zu spaßen. Aber Spaß haben – mit dem Glauben, mit der Bibel, mit Ihm – das geht.
