Wer sich an mich hält, wird keinen Durst mehr haben. Johannes 6,35
Die Gemeinde sollte per Flyer mit Wort und Bild von der bevorstehenden KV-Wahl informiert werden. Aus diesem Grund waren alle Kandidatinnen und Kandidaten zum Fototermin eingeladen. Gute Idee.
Ich erinnerte mich, dass ich mir nach der letzten Zusammenkunft vorgenommen hatte, einen Ausschuss für Bewässerung zu gründen. Das angestrebte Ziel: Niemand sollte auf einer Sitzung durstig bleiben.
Unsere Pfarrstelle umfasst drei Dörfer. Ich suchte das Gespräch mit altgedienten KirchenvorsteheInnen, um das Ziel des Bewässerungs-Ausschusses zu erläutern. In der Hoffnung auf Sponsoren.
Das erste Gespräch verlief so: Ich fragte, ob wir zum anstehenden Fototermin eine Fahrgemeinschaft bilden und eine Getränkekiste mitnehmen könnten. – Der altgediente Kirchenvorsteher erklärte, es gäbe bei Kirchspielsitzungen nie etwas zu trinken (im Gegensatz zu den örtlichen Sitzungen). – Ich erwiderte, dass ich letztes Mal großen Durst gehabt hätte. Das wäre nicht schön gewesen. – Der Kirchenvorsteher wollte sich mit dem Pfarrer beraten.
Das zweite Gespräch: Nach dem Gottesdienst stellte ich meine Frage an eine sich auf dem Heimweg befindende altgediente Kirchenvorsteherin, ob sie vielleicht zum Fototermin ein paar Flaschen Wasser mitbringen könne. – Ich erfuhr erneut, dass sie das in der Vergangenheit noch nie gemacht hätten. – Ich erwiderte, man könne ja mal damit anfangen. Bei einer kirchlichen Zusammenkunft Durst zu haben, fände ich doppelt blöd. Und beim letzten Treffen hätte ich großen Durst gehabt. Ich könne mir natürlich ein Getränk mitbringen, das wäre kein Problem, doch wäre es mir allen anderen gegenüber unangenehm, wenn sie mir beim Trinken zuschauen müssten. – Sie gab mir Recht. Sie könne ein paar Flaschen mitbringen. Aber die großen Plastikflaschen hätte sie nicht mehr. Sie wäre auf Glas umgestiegen.
Das dritte Gespräch: Ich stellte meine bekannte Frage an eine weitere altgediente Kirchenvorsteherin, die gerade das Geld der Kollekte zählte. Sie antwortete ohne Umschweife, sie könne ein paar Getränke mitbringen, Becher hätte sie auch noch zu Hause.
Super! Nach diesen Begegnungen war ich sehr zufrieden. Ich hatte Sponsoren gefunden. Beim nächsten Treffen würde niemand Durst haben müssen.
Als Nebeneffekt der Aktion bekam ich eine leise Ahnung von der Mühsal des Brunnenbaus.
Nachtrag:

Schaut euch das an! Ist das nicht schön?!
Niemand hätte Durst haben müssen. „Hätte müssen“ weil… die ganze Fotografier-Angelegenheit dauerte nicht mehr als 15 Minuten. Das wusste ich nicht.
Glücklicherweise hatte meine Fahrgemeinschaft noch ein wenig Zeit. Wir saßen auf einer Bank neben dem Parkplatz in fröhlicher Runde beisammen, tauschten uns aus und würdigten die mitgebrachten Getränke. 🙂
