
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11,1 (L)

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11,1 (L)
Dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen ist schrecklich! Hebräer 10,31
Moment mal. Es gibt doch diese Lieder. Lieder, die trösten.
Wieso ist es also schrecklich, dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen?
Der Hebräerbrief spricht davon, was Menschen, die neu zum Glauben gekommen sind, aushalten müssen. Sie sind einem harten leidvollen Kampf mit Beleidigungen, Misshandlungen und Gefangenschaft ausgesetzt. Dies aber ist nicht das Schreckliche. Nein. Die neuen Christen werden für ihr vertrauensvolles Durchhalten gelobt.
Wirklich schrecklich wird’s erst, wenn ein Mensch den „Sohn Gottes mit Füßen tritt“ und dessen Kreuzestod „wie eine gewöhnliche Sache abtut und den Geist beleidigt, dem er die Gnade verdankt!“ Hebr 10,29
Ach so. Ein Machtkampf mit Gott? Wer traut sich denn so etwas? Jetzt erschrecke ich tatsächlich.
Mag sein, dass ich in leidvollen Zeiten den Mut zum Durchhalten und das Vertrauen auf ein gutes Ende verliere. Gott bewahre!
Aber dazu fallen mir wieder die Lieder von oben ein.
Liebe Brüder und Schwestern! Wir haben also freien Zutritt zum Allerheiligsten! Jesus hat sein Blut geopfert und uns den Weg durch den Vorhang hindurch frei gemacht, diesen neuen Weg, der zum Leben führt. Hebräer 10,19+20a

Da war er wieder, dieser Hebräertext. Vor wenigen Wochen hatte ich ihn als Schriftlesung in einem Festgottesdienst vorgelesen. Jetzt begegnete er mir in der Fortlaufenden Bibellese.
In besagtem Festgottesdienst wurde auf Wunsch des Liturgen „Jesus hat sein Blut geopfert“ geändert in „die Versöhnungstat Jesu“.

Ich weiß noch, wie mulmig mir damals zumute war. Redete ich die Versöhnungstat Jesu nicht klein, wenn das Blut unerwähnt blieb? Mir kam es so vor, als würde sich das zweischneidige Schwert in ein harmloses Buttermesser verwandeln (Hebräer 4,12).
Nun. Der Festgottesdienst war jedenfalls super gelaufen. Niemand hatte das Blut Jesu vermisst. Möglicherweise war bei dieser Feier ein Buttermesser einem Schwert vorzuziehen. Schon wegen der Unfallgefahr und der Häppchen hinterher. 😉
Mein Gewissen blieb allerdings unbeeindruckt. Es saß mir im Nacken und stellte Fragen. Ich brauchte eine zweite Meinung.
„Hebräer 10,19+20a“ weiterlesen